„Verhalten bei einer Durchsuchung im Unternehmen“ (Teil 3)

Im dritten und letzten Teil ist die Durchsuchung der Firmenräume fast überstanden. Wir werfen einen Blick auf den Abschluss der Durchsuchung.

Die Kooperation des Unternehmens mit den Ermittlern beschränkt sich auf das Heraussuchen von Unterlagen. Der Durchsuchungsbeschluss muss so konkret gefasst sein, dass aufgrund der darin beschriebenen Straftat und der gesuchten Beweismittel klar wird, nach was die Ermittler suchen. Die gesuchten Beweismittel können den Ermittlern gezeigt bzw. herausgesucht werden.

Streng davon zu unterscheiden ist die freiwillige Herausgabe. Am Ende der Durchsuchungsmaßnahme wird darauf zu bestehen sein, dass die Unterlagen und Daten beschlagnahmt werden. Meist erfolgt dies nur durch Ankreuzen eines anderen Kästchens auf dem von den Ermittlern zu verwendenden Formblatt.

Damit ist man sowohl hinsichtlich der Rechtsmittel als auch der eigenen Verschwiegenheitspflichten auf der sicheren Seite.

Die beschlagnahmten Unterlagen müssen in einem Sicherstellungsverzeichnis genau aufgelistet werden. Der externe Rechtsanwalt wird seine Aufgabe auch darin sehen, die Erstellung des Sicherstellungsverzeichnisses so zu überwachen, dass dieses aussagekräftig ist. So wird ein im Sicherstellungsverzeichnis enthaltener Vermerk „ein Umzugskarton mit diversen Leitzordnern“ den rechtlichen Anforderungen nicht genügen. Denn sind die Unterlagen erst einmal mitgenommen, wird man hinterher nicht mehr zuverlässig rekonstruieren können, was die Ermittler tatsächlich beschlagnahmt haben.

Oftmals drängen die Ermittler am Ende der Durchsuchung auf einen raschen Abschluss. Die Zeit, ein aussagekräftiges Sicherstellungsverzeichnis zu erstellen, müssen sich jedoch die Ermittler nehmen. Hierauf wird der externe Rechtsanwalt bestehen.

Eine Durchschrift des Sicherstellungsverzeichnisses ist dem Geschäftsführer des durchsuchten Unternehmens bzw. dem hinzugezogenen externen Rechtsanwalt auszuhändigen. Der externe Rechtsanwalt wird darauf achten, dass auf den amtlichen Formblättern, die als Protokoll der Durchsuchung ausgefüllt werden, die richtigen Formulierungen entweder angekreuzt oder aufgenommen werden.

Ein ausführliches Gespräch zwischen der Unternehmensleitung und dem externen Rechtsanwalt wird im Anschluss an die Durchsuchung die erhobenen Vorwürfe einordnen. Dabei wird auch das weitere Vorgehen festgelegt. Insbesondere wird dafür zu sorgen sein, dass sämtliche in dem Durchsuchungsbeschluss genannten Beschuldigten einen eigenen Rechtsanwalt an ihrer Seite haben. Auch sollten sich die Beteiligten darüber beraten, inwieweit sich im Betrieb beschäftigte Mitarbeiter, die als Zeugen in Betracht kommen, an einen Rechtsanwalt als Zeugenbeistand wenden können.

Eine Checkliste für das Verhalten bei einer Durchsuchung im Unternehmen finden Sie untenstehend. Diese Checkliste kann den im Falle einer Durchsuchung zuständigen Ansprechpartnern des Unternehmens sowie den Mitarbeitern am Empfang ausgehändigt und erläutert werden und hilft im Ernstfall, die nötige Ruhe zu bewahren und die richtigen Schritte einzuleiten, um mit einer Durchsuchung im Unternehmen professionell umzugehen.